Satzung

Der NANNEN PREIS ist die renommierteste Auszeichnung für journalistische Arbeiten in deutscher Sprache. Seit 1977 vergeben der STERN und das Verlagshaus GRUNER + JAHR den EGON ERWIN KISCH-PREIS für die beste deutschsprachige Reportage in Print und Online. Seit 2005 ehrt der Henri Nannen Preis, seit 2016 umbenannt in NANNEN PREIS, die besten journalistischen Arbeiten in Print, Fotografie und Online. Ab 2021 öffnet sich der NANNEN PREIS in vier Kategorien für alle Mediengattungen: für Print-, Video-, Audio- und Web-Formate, für Fotografie und crossmediale Arbeiten.

Der Preis wird verliehen in Gedenken an Henri Nannen (1913–1996), dessen Überzeugung es war: Guter Journalismus informiert und orientiert, er regt an und klärt auf, er unterhält und inspiriert. Jedes Jahr gibt es Texte und Fotostrecken, Fernseh-, Hörfunk und Online-Beiträge sowie Podcasts, denen dies auf herausragende Weise gelingt. Ihnen gebührt dafür der NANNEN PREIS.

I. KATEGORIEN

Der NANNEN PREIS wird in den folgenden Kategorien vergeben:

  • GESCHICHTE DES JAHRES
  • REPUBLIK
  • EGON ERWIN KISCH-PREIS
  • LOKAL
  • INVESTIGATION

 

Außerdem kann die SternChefredaktion einen Sonderpreis für eine außerordentliche und überragende journalistische Leistung verleihen.

Der EGON ERWIN KISCH-PREIS wird traditionell als Print-Preis an die beste Text-Reportage des Jahres vergeben. In allen anderen Kategorien sind Einreichungen bzw. Vorschläge aus allen Mediengattungen möglich.

Die Kriterien für die Preisverleihung sind in der Anlage zu dieser Satzung beschrieben.

II. NANNEN BEIRAT und GESCHICHTE DES JAHRES

Die SternChefredaktion beruft einen Beirat, dessen Mitglieder den NANNEN PREIS mit ihrem Wissen unterstützen. Der Beirat steht für die Unabhängigkeit des Preises und setzt sich aus neun bis 13 namhaften Journalist*innen aller Mediengattungen zusammen. Die Mitglieder werden von der SternChefredaktion ernannt. Eine Mitgliedschaft im Beirat umfasst mindestens zwei Jahre.

Der Beirat entscheidet über die Preisträger*innen in der Kategorie GESCHICHTE DES JAHRES.

Die Preisträger*innen in den Kategorien REPUBLIK, INVESTIGATION, LOKAL und EGON ERWIN KISCH-PREIS werden von eigenen Jurys ausgewählt.

Die Juror*innen – unter ihnen auch Vertreter*innen der wichtigsten deutschsprachigen Journalistenschulen – werden von der Stern-Chefredaktion für ein Jahr berufen. Pro Jury dürfen nicht mehr als drei von ihnen den Verlagen der GRUNER + JAHR GmbH und ihrer in Mehrheitsbesitz stehenden Tochtergesellschaften angehören.

Arbeiten von Juror*innen und Beiratsmitgliedern sind vom Wettbewerb ausgeschlossen.

Die Organisation des gesamten Auswahlverfahrens überträgt die Stern-Chefredaktion einer Wettbewerbsleitung, die an allen Jurysitzungen beratend teilnimmt.

III. JURY LOKAL und INVESTIGATION

Der NANNEN PREIS in den Kategorien LOKAL und INVESTIGATION wird von jeweils eigenen Jurys vergeben. Zu diesen Jurys, die über die Shortlist, die Nominierungen und die Preisträger*innen entscheiden, zählen mindestens neun, höchstens 15 stimmberechtigte Mitglieder, die in der Beurteilung der zu prämierenden journalistische Leistungen von ausgewiesener Kompetenz sind.

IV. JURY EGON ERWIN KISCH-PREIS

Der EGON ERWIN KISCH-PREIS wird von einer eigenen Jury vergeben. Zu dieser Jury, die über die Shortlist, die Nominierungen und die Preisträger*innen entscheidet, zählen mindestens neun, höchstens 15 stimmberechtigte Mitglieder, die in der Beurteilung journalistischer Leistungen von ausgewiesener Kompetenz sind.

V. JURY REPUBLIK

Der REPUBLIK-PREIS wird von einer eigenen Jury vergeben. Zu dieser Jury, die über die Shortlist, die Nominierungen und die Preisträger*innen entscheidet, zählen mindestens fünf, höchstens sieben stimmberechtigte Mitglieder, die in der Beurteilung journalistischer Leistungen von ausgewiesener Kompetenz sind. 

VI. VORAUSWAHL

Je nach Zahl der Einreichungen bzw. Vorschläge für die einzelnen Preiskategorien kann die Wettbewerbsleitung nach Ende der Ausschreibungsphase ein Vorauswahlverfahren ansetzen. Die Vorauswahl wird in Abstimmung mit einer Vertreterin oder einem Vertreter der Stern-Chefredaktion und der Wettbewerbsleitung organisiert. Bei der Verteilung der eingereichten Beiträge auf die Jurys wird darauf geachtet, dass keine Jurymitglieder Beiträge beurteilen, bei denen die Gefahr der Befangenheit besteht. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn Beiträge von Kolleg*innen begutachtet werden, mit denen im eigenen Haus oder andernorts zusammengearbeitet wird.

Bei ihrer ersten gemeinsamen Sitzung vergleichen und diskutieren die Juror*innen in den Kateorien LOKAL, INVESTIGATION und EGON ERWIN KISCH-PREIS zunächst die jeweiligen Vorschläge für die Shortlist, um ein möglichst einheitliches Votum zu erreichen. Am Ende schlagen die Juror*innen maximal zehn Beiträge aus einer Kategorie als preiswürdig vor. Diese Beiträge werden als Shortlist veröffentlicht.

Für die Kategorien GESCHICHTE DES JAHRES und REPUBLIK gilt ein allgemeines Vorschlagsrecht. Journalist*innen und Redaktionen können für diese beiden Kategorien aber keine eigenen Arbeiten vorschlagen. Über die Vorschläge zur Kategorie GESCHICHTE DES JAHRES berät der Beirat, über die zur Kategorie REPUBLIK berät die REPUBLIK-Jury.

VII. NOMINIERUNG

Die Mitglieder des Beirats und der jeweiligen Jurys teilen der Wettbewerbsleitung spätestens drei Tage vor ihrer ersten Sitzung mit, welche Beiträge in jeder Kategorie sie für die drei besten halten. Das daraus resultierende Ranking übermittelt die Wettbewerbsleitung den Beirats- und Jurymitgliedern spätestens zwei Tage vor der Sitzung. Es zeigt allen, worauf sich die Diskussion mutmaßlich konzentrieren wird.

Nach Festlegung der Shortlists entscheiden der Beirat und die Jurys, welche drei Beiträge pro Kategorie sie für die Finalrunde nominieren. Die Juror*innen legen vorher die Shortlists in den jeweiligen Kategorien fest. Nur an den Jurysitzungen teilnehmende Mitglieder haben Stimmrecht. Bei der Abstimmung vergibt jedes Mitglied pro Kategorie zehn Punkte, von denen maximal sieben Punkte auf einen Beitrag entfallen dürfen. Die drei Beiträge mit den meisten Punkten gelten als nominiert. Beiratsmitglieder können Beiträgen aus ihrem eigenen Medium oder Verantwortungsbereich keine Punkte geben und äußern sich dazu nicht, es sei denn, sie werden im Rahmen auftretender Sachfragen dazu aufgefordert.

VIII. FINALRUNDE

Die Entscheidungen über die Preisträger*innen fallen in einer zweiten Sitzung und sollen – auch gegenüber den Jury- und Beiratsmitgliedern – geheim bleiben, um die Spannung bis zum Moment der Preisverleihung aufrechtzuerhalten.

Nach ausgiebiger Diskussion erfolgt die geheime Abstimmung wiederholt in der Weise, dass jedes Jury- bzw. Beiratsmitglied pro Kategorie zehn Punkte vergibt, wobei maximal sieben Punkte auf eine Arbeit entfallen dürfen.

Zwei anwesende und zum Schweigen verpflichtete Personen (die Koordinatorin oder der Koordinator und eine Notarin oder ein Notar) zählen die Punkte aus. Jede Jurorin und jeder Juror bzw. jedes Mitglied des Beirats darf mitstimmen, vorausgesetzt, sie nehmen an der Sitzung teil. Die Punkte für Stücke aus dem eigenen Medium oder Verantwortungsbereich werden nicht mitgezählt. Hat ein Beitrag eine Mehrheit der Punkte erzielt, so erklärt die Notarin oder der Notar die Abstimmung in dieser Kategorie für beendet. Andernfalls wird zwischen den beiden bestplatzierten Arbeiten ein weiteres Mal geheim abgestimmt, wobei diesmal jedes Jurymitglied nur eine Stimme hat. Sollte es wieder ein Patt geben, wird erneut abgestimmt, wobei sich die Vertreterin oder der Vertreter der SternChefredaktion als Ausrichter des Wettbewerbs der Stimme enthält, um die Pattsituation aufzulösen.

Diese Satzung gilt für die Vergabe des NANNEN PREIS 2021.

Hamburg, im Januar 2021

Anne-Beeke Gretemeier
Florian Gless

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NANNEN PREIS 2021 – Allgemeine Kriterien für die Preisvergabe 

Der NANNEN PREIS, die traditionsreichste und renommierteste Auszeichnung für deutschsprachigen Print-Journalismus, öffnet sich für journalistische Veröffentlichungen aus allen Medien-Gattungen. Der STERN und der Verlag GRUNER + JAHR als Ausrichter des NANNEN PREIS möchten damit den Veränderungen im Journalismus Rechnung tragen. Dazu gehören: die zunehmend multimediale und gattungsübergreifende Arbeitsweise von Redaktionen; die veränderten Gewohnheiten und Ansprüche des Publikums; und die wichtiger werdende Rolle aller journalistischen Formen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in einer lebendigen Demokratie. Darum wird der NANNEN PREIS fortan deutschsprachigen Journalismus in all seiner Vielfalt feiern. 

Was bedeuten die Neuerungen beim NANNEN PREIS 2021 für die Preisvergabe? Nichts Revolutionäres. Denn bei aller kreativen Diversität und allen Umwälzungen der Medienwelt sind wir weiterhin überzeugt: Faktentreue und Unvoreingenommenheit haben als journalistische Kerntugenden Bestand, unabhängig von der jeweiligen Form einer Veröffentlichung. Sauberes journalistisches Handwerk ist die Voraussetzung für das Vertrauen des Publikums – und damit unabdingbares Fundament journalistischer Kreativität. 

Die Bewertung orientiert sich an folgenden Kriterien: 

Richtigkeit: Es werden nur Arbeiten ausgezeichnet, die erkennbar auf verlässlich recherchierten Fakten oder wissenschaftlicher Evidenz beruhen. Im Idealfall geht die Recherche weit über das Übliche hinaus und erschließt neue Erkenntnisse, nutzt bislang unbekannte Daten oder präsentiert besonders aussagefähige Protagonisten. Größeres Vertrauen wird Arbeiten entgegengebracht, die vor Veröffentlichung von redaktionellen Fact-Checkern unabhängig von den Autor*innen geprüft worden sind. Besondere Skepsis gilt Geschichten, die allzu glatt und ohne Widersprüche „aufgehen“ – die Wirklichkeit hält solche Idealzustände meist nicht parat.  

Unvoreingenommenheit: Sie bedeutet, einem Thema ausgewogen und in vielen Facetten gerecht zu werden; dazu zählt, Gegenstimmen und ungewöhnlichen Perspektiven Raum zu geben. Unvoreingenommenheit kann auch in der Wahl eines Themas bestehen, das abseits der üblichen Berichterstattung liegt und bislang unbekannte, auch unbequeme Aspekte der Wirklichkeit erschließt.  In jedem Fall sind nur Arbeiten preiswürdig, die ihren Gegenstand ehrlich zu verstehen suchen. 

Verständlichkeit: Gute journalistische Arbeiten sind zugänglich für jedermann, sie verzichten auf Jargon, Gestelztheiten und unnötige Barrieren. Sie stellen stilistische Raffinesse in den Dienst ihrer Leser*innen, Zuhörer*innen, Zuschauer*innen und User*innen – und versuchen nicht, diese auf Kosten der Verständlichkeit zu beeindrucken. Im Zweifel werten die Jurys Klarheit und Einfachheit höher als sprachliche oder technische Höchstleistung, im besten Fall verbindet sich beides.   

Respekt: Preiswürdige Arbeiten gehen respektvoll mit Thema und Protagonist*innen um, sie meiden unsensible Sprache, stellen nicht bloß und erheben sich nicht. Das schließt scharfe Kritik gerade an Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, nicht aus. Solche Arbeiten bemühen sich auch, jene Betroffenen zu finden, die leicht übersehen werden oder deren Stimmen selten Gehör finden.  

Nähe: Die Jurys erachten Arbeiten als preiswürdiger, die sich durch Nähe zum Gegenstand und Eindringlichkeit der Darstellung auszeichnen. Sie schätzen Emotionalität in Arbeiten, die diese nicht zum Selbstzweck einsetzen, sondern als Türöffner für die faktenbasierte, aufklärende oder besonders einfühlsame Darstellung.  

Innovation: Vor allem technische Medien können sich auszeichnen durch neuartige Formate und Darstellungsweisen. Dazu gehören auch partizipative und  kollaborative Angebote, solche, die Individualisierung erlauben oder den interaktiven Umgang mit Daten und anderen Elementen. Stets müssen aber Freundlichkeit der Nutzerführung und geringe Barrieren gewährleistet sein.  

Innerhalb des Rahmens dieser generellen Bewertungskriterien setzen die Jurys eigene Akzente. Es bleibt den Juror*innen überlassen, welchen Stellenwert sie den einzelnen Bewertungskriterien bei der Beurteilung einer eingereichten Arbeit einräumen.  

Für die Einreichung, Nominierung und Prämierung der Beiträge in den verschiedenen Kategorien gelten folgende Kriterien:

GESCHICHTE DES JAHRES

Diese Kategorie ehrt die beste journalistische Leistung. Aus allen Gattungen, aus allen Genres: das Stück, das alle gesehen, gehört, gelesen oder erkundet haben sollten, die alles überstrahlende Glanztat des Jahres. Das kann eine Investigation sein, die das politische Leben verändert; ein intimes Stück, sei es als Film, Podcast oder Reportage, das uns einen Menschen, ein Schicksal nahebringt wie selten zuvor; eine journalistische Aktion, die einen Missstand auf ungewöhnliche Weise ins Bewusstsein hebt oder deutlich macht.

Die Jurys schauen auf die handwerkliche Qualität der Einreichungen und auf die Stringenz, mit der die Geschichte, mit der das Anliegen vorgetragen wird. Sie achten aber auch auf die Wirkung der Stücke, auf das Gespräch, das sie in der Gesellschaft ausgelöst haben. Denn großer Journalismus erzeugt Resonanz.

REPUBLIK

Der NANNEN PREIS in der Kategorie REPUBLIK zeichnet Menschen aus, die der Öffentlichkeit einen außergewöhnlichen publizistischen Dienst erweisen, etwa indem sie… 

  • über einen längeren Zeitraumhinweg ein gesellschaftlich relevantes Thema ins Licht der Öffentlichkeit rücken 
  • eine über die Veröffentlichung hinausgehende, zukunftsweisende Debatte auslösen
  • durch ausgewogene, anschauliche und faktenbasierte Berichterstattungauch gegen Widerstände die Grundlage demokratischer Meinungsbildung verbreitern und das Fundament für gesellschaftliche Verständigung legen 

 

Der NANNEN PREIS in der Kategorie REPUBLIK ist kein reiner Journalisten-Preis. Auch Menschen, die keine professionellen Journalisten sind, können ihn erhalten, wenn sie einen herausragenden publizistischen Dienst am Gemeinwohl leisten. Es können Einzelpersonen, aber auch Teams ausgezeichnet werden. Alle Formen, ob Print, Audio, Video oder Online sind zugelassen. 

INVESTIGATION

Der NANNEN PREIS in der Kategorie INVESTIGATION zeichnet hervorragende journalistische Leistungen aus, die unbekannten oder unterdrückten Fakten zum Durchbruch verhelfen, zum Beispiel, indem sie

  • einen Missstand oder einen Rechtsbruch aufdecken 
  • komplexe Datensätzestrukturiert auswerten und so relevantes Wissen einem breiten Publikum zugänglich machen 
  • einen tief recherchierten Sachverhalt aus Natur- oder Geisteswissenschaft, aus Politik und Gesellschaft besonders anschaulich und verständlich darstellen.

 

In diese Kategorie gehören klassische und innovative Investigativ-Stücke und Dokumentationen aus Printmedien (auch investigative Fotografie), Fernsehen und Radio genauso wie digitale, auch interaktive, Formate. 

Investigative Geschichten werden nach folgenden Kriterien geprüft: 

  1. Hat die Autorin oder der Autor den Sachverhalt, über den sie oder er berichtet, selbst entdeckt, oder hat sie oder er bei dessen Aufdeckung eine aktive Rolle gespielt? 
  2. Hat der Sachverhalt, der aufgedeckt wurde, eine gesellschaftliche Bedeutung, und worin besteht sie? 
  3. Musste die Autorin oder der Autor Widerstände überwinden, und welcher Art waren sie?
  4. Ist der Bericht über den aufgedeckten Sachverhalt für jede Person ohne besondere Vorkenntnisse verständlich und nachvollziehbar?

 

Dokumentarische Rechercheleistungen werden in der Kategorie INVESTIGATION nach folgenden Gesichtspunkten bewertet:

  1. Hat die Recherche ganz neue Aspekte aufgetan und bislang unbekanntes Wissen geschaffen?
  2. Ist die Autorin oder der Autor besonders klug vorgegangen, hat sie oder er durch Raffinesse oder Hartnäckigkeit Zugänge geöffnet, die sonst verschlossen wären, oder hat sie oder er durch Ausdauer Vertrauen geschaffen, das die Arbeit schließlich ermöglicht hat?
  3. Worin bestand der Einsatz der Autorin oder des Autors: Sind sie persönliche Risiken eingegangen, haben sie sich weit über das Erwartbare engagiert?
 
LOKAL

Wer im vertrauten Lebensumfeld an kontroversen Themen recherchiert, muss oft besonders hartnäckige Widerstände überwinden und Einschüchterungsversuchen widerstehen. Das erfordert Mut und Rückgrat.

Darum zeichnet der NANNEN PREIS in der Kategorie LOKAL journalistische Arbeiten aus, die sich vordringlich an ein lokales oder regionales Publikum richten und für dieses Publikum relevante, unbekannte Fakten, Hintergründe, Zusammenhänge und Machenschaften aufdecken. Die Skandale enthüllen oder Affären ans Licht bringen und so die Kontrollfunktion der Presse und ihre öffentliche Aufgabe in besonderer Weise wahrnehmen.

Hier geht es um Arbeiten mit regionalem Bezug, von denen das Publikum sagen würde: „Das hat bei uns vor Ort viel verändert.“ 

EGON ERWIN KISCH-PREIS

In diese Kategorie gehören journalistische Texte, die in nicht fiktiver Darstellungsform eine räumlich und zeitlich begrenzte Geschichte wiedergeben, die die Autorin oder der Autor auf Grundlage eigenen Erlebens oder Beobachtens aufgeschrieben hat. Bestandteile der Arbeit, die aus Informationen Dritter übernommen wurden, müssen als

solche deutlich werden. Sie darf subjektive Elemente enthalten und soll bei Leserinnen und Lesern für „Kino im Kopf“ sorgen. Für diese Kategorie können auch journalistische Porträts ausgewählt werden. Die Jury wird Texte mit überwiegend selbst erlebtem Anteil höher bewerten. 

SONDERPREIS FÜR EINE BESONDERE JOURNALISTISCHE LEISTUNG

Eine solche Leistung kann ein exzeptioneller Text sein, der inhaltlich und formal in keine der ausgeschriebenen Kategorien passt; es kann sich beispielsweise um ein einzigartiges bewegendes Gespräch oder Interview handeln, das nachhaltige Wirkung auf seine Leserinnen und Leser hat; eine brillante Analyse, die erstmals wichtige Zusammenhänge erkennbar macht; eine ungewöhnliche Montage von journalistischen Mitteln, die zu einer neuartigen, besonderen Intensität der Darstellung führt. Ausgezeichnet werden kann aber ebenso eine außerordentliche Recherche, eine Aktion oder ein Beispiel von herausragendem journalistischem Einsatz oder Mut – eines Einzelnen oder einer Redaktion. Auch überragende Leistungen unterhaltsamer, humorvoller Berichterstattung können mit dem Sonderpreis ausgezeichnet werden